Stadtbad Tiergarten

Im Sommer das passende Schwimmbad zu finden, ist relativ schwierig. Die meisten Schwimmhallen in Berlin schließen, da einerseits das Personal in den Freibädern benötigt wird, andererseits nötige Reparaturen durchgeführt werden. Somit ist auch meine Stammhalle, das SSE, momentan geschlossen. Also musste ich nach einer Alternative suchen.

Freibäder sind mir zu anstrengend. Ich will meine Bahnen schwimmen und dabei nicht von kreuz und quer springenden Jugendlichen genervt werden, die ihr Ego zur Schau stellen, oft aber keine drei Meter schwimmen können.

Also studierte ich die Webseite der Berliner Bäderbetriebe ausführlich (was nötig ist, da zwar die Schließzeiten des jeweiligen Bades aufgeführt sind, es aber keine Übersichtsseite der geöffneten Bäder gibt) und fand tatsächlich das Stadtbad Tiergarten in ausreichend geringer Entfernung meines Arbeitsweges.

In lauschiger Lage hinter dem Gefängnis Moabit versprüht es ganz heftig den Charme der späten Sechziger oder frühen Siebziger. Die braune Einrichtung wird zwar durch moderne Technik aufgelocker, aber spätestens bei den vergilbten Gardinen des angeschlossenen Restaurants läuft es einem kalt den Rücken herunter.

Der Boden des 50-Meter-Becken verläuft schräg, so dass man auf einer Seite stehen kann, währen die andere Hälfte des Beckens tief ist. Ob dies für Schwimmunterricht gut sein soll, weiß ich nicht, denn für kleinere Kinder ist selbst die flache Seite zu tief um zu stehen. Es dürfte vielleicht für Wassergymnastik dienlich sein, aber kannte man dieses Konzept überhaupt schon, als das Bad gebaut wurde?

Interessant ist auch die Unterteilung des Umkleidebereiches innerhalb des gleichen Geschlechts für “Männer” und “Knaben”. Während ich den Schrank noch korrekt in der Männer-Abteilung aufgesucht habe, bin ich versehentlich in die Knaben-Dusche geraten. Ich werde mal großzügig den dort anwesenden Über-Vierzigern eingestehen, dass ihnen das selbe Versehen unterlaufen ist. Alles andere möchte ich mir eher nicht ausmalen. Zumindest habe ich mich nicht unbeobachtet gefühlt.

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