Tag Archive for 'Schwimmen'

Sommerhitze

Die allgemeine Empfehlung bei Sommerhitze lautet ja, sich möglichst wenig körperlich anzustrengen. Doch, was macht man als Sportler, wenn das Thermometer 35°C und mehr zeigt?

Für Läufer und Radfahrer ist es sicherlich eine Option, die Trainingseinheiten an dem Morgen oder späten Abend zu legen, wenn die Temperaturen sinken. Hier in Berlin ist der Abend jedoch auch nicht so recht zu empfehlen, denn auch nach Mitternacht herrschen momentan noch knapp 30 Grad.

Froh können Sportler sein, die in einem Sportstudio mit Klimaanlage trainieren. Die Temperatur liegt dann zwar meist immer noch höher als im Winter, aber gegenüber der Außenluft ist es immer noch ein großer Vorteil. Ich persönlich würde trotzdem auf die Cardio-Einheit auf dem Laufband oder Stepper verzichten, denn es gibt noch eine bessere Alternative: den Pool. Schwimmen dürfte momentan die angesagteste Sportart sein, denn das Wasser erwärmt sich nicht so stark wie die Luft und transportiert die Körperwärme besser ab.

Wer keinen Pool hat, kann auch aufs Freigewässer ausweichen. Aber hier gilt insbesondere, auf die Sicherheit zu achten. Im Notfall sind an bewachten Badestellen schnell Helfer verfügbar. Schwimmen in Ufernähe (also parallel zum Ufer) erleichtert die Selbstrettung, wenn z.B. ein Krampf einsetzt. Flüsse mit Schiffsverkehr und starker Stömung sollen vermieden werden.

Letztendlich hat der Körper auch die großartige Fähigkeit, sich anzupassen. Nur benötigt er einige Tage dazu, in denen man etwas kürzer treten sollte. Nach einer guten Woche Hitzewelle fühlt sich mein z.B. Arbeitsweg mit dem Fahrrad nicht viel anstrengender an, als direkt nach der Winterpause.

Noch ein letzter Tipp: Schwitzen bedeutet Wasser- und Mineralverlust. Beides sollte man in ausreichender Menge nachfüllen.

Die Badehose ist (nicht mehr) schuld

Wenn der Bauer nicht schwimmen kann, ist die Badehose schuld.

sagten meine Eltern früher immer, wenn ich mir mühsam eine Ausrede gesucht habe.

Im professionellen Schwimmsport ist allerdings die Bekleidung zum durchaus entscheidenden Faktor geworden. Hauptsächlich zwischen Speedo und Addidas hat das Technikwettrüsten um den idealen Ganzkörperanzug eine Größenordnung angenommen, wie man sie sonst nur aus der Formel 1 kennt. Die Details beschreibt sehr schön ein Artikel in Technology Review.

Doch die Anzüge sind nicht unumstritten: Einerseits breitet sich schnell Unmut aus, wenn ein Sportler durch langfristige Verträge an einen Ausrüster gebunden ist und gerade dieser im Wettrennen  nicht die Nase vorn hat. Andererseits tritt die Leistung des Sportlers immer mehr in den Hintergrund. Wenn nur noch die Ausrüstung über Sieg oder Niederlage entscheidet, welche Bedeutung hat dann noch der Schwimmer? Und zudem, wie viel Geld muss ein junger Athlet ausgeben, um das nötige Equipment zu erstehen, das ihm überhaupt erst ermöglicht, in die Weltspitze aufzusteigen und einen Sponsoring-Vertrag zu bekommen?

Daher begrüße ich, dass der Schwimmweltverband FINA auf seinem General Congress beschlossen hat, die Bekleidungsregeln zu ändern. Ab 2010 werden nur noch textile Badeanzüge mit begrenzter Form zugelassen. Die Meldung auf der Seite der FINA sieht allerdings noch etwas dünn aus. Spiegel Online berichtet aber schon über Details der Regelung:

Beschlossen wurde, dass ab 2010 nur noch Badekleidung in Textil bis oberhalb der Knie erlaubt sein sollen. Bei den Frauen müssen die Anzüge schulterfrei sein. Männer-Hosen sollen von der Taille bis zum Knie gehen. Statt der zunächst angedachten Lösung mit einer Hälfte Textil und einer aus Polyurethan, entschied sich der Fina-Kongress für die komplette Stoff-Lösung. Sämtliche Kunststoff-Beschichtungen sind damit künftig verboten.

Paddle-Kauf

Nachdem ich mich einige Zeit mit den Vor- und Nachteilen verschiedener Paddles beschäftigt hatte, hab ich mich für die WIN Elite Paddles im Shop von Sport-Thieme entschieden. Neben dem günstigen Preis und der passenden Form spielte dabei auch eine Rolle, dass es zwei verschiedene Größen gibt. Zudem ist man flexibel im Anbringen der Befestigungsschlaufen.

Leider war nirgends die genaue Größe der beiden Ausführungen beschrieben, und auch an der Bestellhotline konnte man mir nicht direkt weiterhelfen. Dafür wurde vorgeschlagen, mir zwei Paar testweise zuzusenden, was ich auch annahm. Am Ende hab ich nun beide behalten und werde für meinen Kurs eine Mischung aus beiden Größen anschaffen.

Trotzdem hier mal die genauen Größen (die mir Sport Thieme auch ein wenig später auf meine E-Mail-Anfrage mitteilte):

Junior: 18,5 cm lang, 12,5 cm breit
Senior: 21 cm lang, 14 cm breit

Mehr über meine ersten Trainingserfahrungen gibt es hier in kürze.

Paddles

Vor kurzem kam mir die Idee, dass ich mal einen Kurssatz Handpaddles für meinen Rettungsschwimmkurs anschaffen könnte. Das sollte insbesondere zum Techniktraining hilfreich sein, da man mit Paddels durch die Vergrößerung der Fläche besonders gut die Handposition erfahren kann.

Nun stellt sich die Frage, welche Paddles? Beim SV Limmat Zürich gibt es wenigstens ein paar Tips zur Auswahl. Doch leider habe ich bisher die meisten Modelle nur im Versandhandel gefunden. Wenn es sie denn überhaupt in Deutschland gibt. Immerhin hab ich inzwischen die wichtigsten Modelle der Platzhirsche im Schwimmbereich Arena und Speedo in der Hand halten können.

Meine größten Probleme momentan: Wie groß dürfen sie für meine gemischte Gruppe aus Teenagern und Erwachsenen wirklich sein? Wie groß ist die Verletzungsgefahr? Der SV Limmat weist zwar auf die Gefahr der Schulterverletzung hin, aber zudem besteht ja die Möglichkeit, das Gerät versehentlich einem anderen Schwimmer beim Zusammenstoß in den Schädel zu rammen. Wie kann man dieses Risiko minimieren?

Gibt es eigentlich einen deutschen Begriff für Paddles? Paddel?

Fina Swimming Worldcup in Berlin

Nur durch Zufall hab ich erfahren, dass an diesem Wochenende der Fina Swimming Worldcup in Berlin (als letzter Station der Wettkampfserie) stattfand. Nach einigem Zögern entschied ich mich, wenigesten heute bei den Finalläufen zuzuschauen. Im Nachhinein halte ich das für eine wirklich gute Entscheidung.

Denn einerseits konnte ich so mal direkt die Schwimmstile von Weltklasseschwimmern anschauen – ohne im Fernsehen auf die richtigen Bildeinstellungen hoffen zu müssen. Wobei manchmal eine Zeitlupe auch nicht schlecht gewesen wäre. Andererseits hatte ich so die Gelegenheit zuzusehen, wie Paul Biederman einen neuen Weltrekord über 200 m Freistil (Kurzbahn) aufstellt. Und das war durchaus beeindruckend.

Allerdings ist es erschreckend, wie wenig Aufmerksamkeit ein solcher Wettkampf findet, wenn man sich zum Vergleich mal überlegt, wieviele Zuschauer z.B. Fussball in die Stadien zieht. Die Ränge des SSE waren nicht voll belegt – und sehr viel Zuschauerraum gab es dort gar nicht.

Immerhin hat das ZDF wohl eine Stunde live berichtet. Interessantes Detail: Die Aufnahmen der Veranstaltung wurden mit Canon HD Fernsehkameras gemacht. Ein deutlicher Hinweis darauf, dass sich die Produktion klar in Richtung HDTV bewegt, auch wenn es noch eine ganze Weile dauern wird, bis endlich auch die Ausstrahlung in HD erfolgt (schrittweise für 2009/2010 angekündigt).